Falschmeldungen und Corona

Das Thema “Corona” ist aktuell in aller Munde, das Thema Falschmeldungen leider nicht. Deshalb ist es wichtig das Problem zu benennen: es fällt den Menschen immer schwieriger, zwischen Falschmeldungen und Realität zu unterscheiden.

Im Rahmen einer Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung gaben 54% der Befragten an, von der Zunahme bewusster Falschmeldungen während der Corona-Krise beunruhigt zu sein. 51% der Befragten gaben an, dass ihnen die Unterscheidung zwischen Falschnachrichten und korrekten Meldungen schwer falle.

Besonders im Kontext einer unsichtbaren Bedrohung wie Corona können Falschmeldungen und die damit verbundene Desinformation zu einer Gefahr für die gesamte Gesellschaft werden. Beispielsweise wenn dadurch das Risikobewusstsein oder die Akzeptanz gegenüber notwendigen Maßnahmen sinkt. Bei einer Erhebung durch Infratest dimap im Auftrag der ARD im Juni 2020 stimmten 17% der Befragten der Aussage “Die Politik nimmt das Corona-Virus nur als Vorwand, um dauerhaft unsere Freiheitsrechte einzuschränken” zu. In der Eingangs erwähnten Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung gaben 34% der Befragten an zu glauben, dass Medien auf Druck der Regierung Tatsachen über das Corona-Virus verschwiegen.

Besonders heikel sind Verschwörungstheorien auf Basis derer beispielsweise zum “Widerstand” aufgerufen wird. Sie bilden den Nährboden für verfassungsfeindliche Gruppierungen und Taten, die durch die Verschwörungstheorie legitimiert werden sollen. Der Verfassungsschutz warnte unlägst vor einer gesteigerten Gewaltbereitschaft der “Querdenker”-Bewegung. Es handelt sich hierbei also um kein theoretisches Modell, sondern bereits um Realität.

Wir müssen uns wohl daran gewöhnen, dass jedes Großereignis, jede Krise von Falschmeldungen und Verschwörungstheorien begleitet wird. Durch das Internet und den Wegfall klassischer Gatekeeper (Mediabasics Artikel: Fall der Gatekeeper – warum Medienkompetenz immer wichtiger wird) entsprechen die Reichweiten dieser Phänomene denen journalistischer Formate. Aus diesem Grund avanciert Medienkompetenz zu einer Kernkompetenz im Alltag. Jeder Mensch muss sein eigener Gatekeeper werden – also selbst Wahrheitsgehalt, Wert und Hintergründe einer Nachricht bestimmen können.

Ein Anfang um die Glaubwürdigkeit einer Quelle zu bestimmten, kann die BASIS-Checkliste sein.


Weitere Informationen zum Thema Verschwörungstheorien findest du im Artikel: Faszination Verschwörungstheorien


Quellen: Friedrich-Naumann-Stiftung (Statista), Infratest dimap (Statista), Tagesschau

Simon Crins

Simon Crins ist Medienexperte mit den Fachbereichen Medienproduktion und Medientechnik. Nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton bei ProSiebenSat.1 in München absolvierte Crins sein Bachelorstudium im Fach Medien und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule. Währenddessen war er für die ProSiebenSat.1 Gruppe unter anderem als Produktionsplaner und Projektleiter tätig. Seit Ende 2018 arbeitet Simon Crins für Umlaut im Raum Braunschweig/Wolfsburg als Test- und Entwicklungsingenieur für Infotainmentsysteme. Weitere Informationen über den Autor finden Sie unter www.simoncrins.de

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